AeroCool Strike-X ST

15. April 2012 von Götz Dähne
Kategorie: Gehäuse

Einleitung:
Diesmal haben wir das Strike-X ST von AeroCool unter der Lupe. Das Strike-X ST gehört bei AeroCool zu den teureren Gehäusen in der Produktpalette. Ob sich der Preis auch gerechtfertigt wollen wir im folgenden Testbericht erläutern. Das Gehäuse richtet sich vorrangig an Gamer die viel Platz in ihrem Rechner brauchen und einen hohen Leistungsumsatz haben, der gekühlt werden muss. AeroCool liefert hier bereits einige Lüfter mit, es können aber bei Bedarf noch insgesamt 21 Lüfter nachgerüstet werden.

Kurz noch ein paar Worte zur Firma AeroCool. Mit dem Slogan „Be cool! Be Aerocool!“ versucht die Marke augenscheinlich mit Luftkühlung auch leistungsstarken Systemen genügend Temperatur zu entziehen. So präsentiert AeroCool sowohl Standardgehäuse als auch Gaminggehäuse mit vielen Lüftern und teilweise sehr aggressivem Design. Mit in der Produktpalette sind Lüftersteuerungen, Netzteile und etliche Lüfter und Kühler.

Verpackung:
Als erstes sollte genannt werden, dass man ein riesiges Paket in der Hand hält mit dem Strike-X ST. Ansonsten kommt die Verpackung mit reichlich Flammen und schwarzem Hintergrund ansprechend rüber. Die meisten Features werden auf der Verpackung dem Kunden mitgeteilt. Im Innern ist das Gehäuse mit einer Folie und stabilem Schaumstoff geschützt. Der Lieferumfang leider etwas dürftig, zwar sind alle nötigen Schrauben dabei, aber es fehlt an Kabelbindern und ein Speaker wäre auch nicht schlecht. Die Anleitung bietet mit vielen Bildchen ein ausreichendes Nachschlagewissen um das Gehäuse richtig zu installieren.

Lieferumfang:

• 1 x Gehäuse
• 4 x Gehäuserollen
• 2 x 200mm Lüfter + 1 x 140mm Lüfter
• 4 x 2 Montageclips für Laufwerke
• 10 x HDD-Montagefächer
• Motherboardschrauben, Laufwerksschrauben, sowie Schrauben zur Montage der Festplatten
• Bedienungsanleitung

Technische Daten:

Gehäuse:
• Gehäuse besteht aus 0,8 mm starkem Stahlblech
• Front besteht aus schwarzem Kunststoff
• Lackierung schwarz
• Gewicht: ca. 15kg
• Abmaße: 635mm (H) x 230mm (B) x 700mm (T)

Einschübe für Laufwerke:
• 4 x externe Slots (5,25“) für CD/DVD-Laufwerk
• 10 x interne Slots (3,5“) für Festplatten (kompatibel zu 2,5“)

Innere Dimensionen für Systemmontage:
• 10 x Slot für Steckkarten
• maximale Einbaulänge für Steckkarten 430mm

Erweitere Anschlussmöglichkeiten:
• 2 x USB 2.0 (Front)
• 2 x USB 3.0 (Front)
• 2 x Audio-Anschlüsse

Kühlung:
• Vorn: 1 x 200mm
• Hinten 1 x 140mm
• Oben: 1 x 200mm

Testbericht:
Kommen wir zunächst zur 360° – Ansicht.
Von vorn zeigt sich das Strike-X ST in einem aggressivem Aussehen. Die Front besteht komplett aus Kunststoff. Unten befindet sich der Lufteinzug für den in der Front befindlichen 200mm Lüfter. Allerdings könnte der Einzug etwas größer gestaltet sein, um dem Lüfter genügend Freiraum zu geben. Schaut man nun auf die Seite wird das Gehäuse dem Herstellernamen gerecht. In die Seitenwand können bis zu 9 Lüfter installiert werden, ob dies für einen geeigneten Luftstrom von Vorteil ist, bleibt jedoch fraglich.

Auf der Rückseite sind eine Reihe an Kabeldurchführungen vorhanden, hier können auch Schläuche von Wasserkühlungen verlegt werden. Standardmäßig wird das Netzteil auf dem Boden des Gehäuses verbaut, beim Strike-X ST gibt es auch die Möglichkeit, das Netzteil oben zu platzieren. Für die Luftabgabe existiert auf der Rückseite ein 140mm-Lüfter. Auf der rechten Seite befindet sich ebenfalls ein Lüftergitter, für einen Lüfter der den Prozessor von hinten belüften kann.

Die Seitenwand ist auf Grund der Größe in sich etwas instabil. Im Innern zeigt sich ein sehr geräumiges Gehäuse, in dem keine weiteren Versteifungen vorhanden sind. Auf der Oberseite befinden sich die externen Anschlüsse, die auch 2 USB 3.0-Ports beinhalten. 3 Drehpotis ermöglichen das steuern der vielen Lüfter. Ein sehr schönes Feature ist auch die Schnellmontage für 2,5“ und 3,5“ Festplatten.
Das Logo wird zwar häufig am Gehäuse verwendet, kommt aber angenehm schlicht im Gehäusedesign vor. Wir schon beschrieben ist der Lufteinlass für den Frontlüfter etwas klein dimensioniert. Er verfügt über ein herausnehmbaren Filter, der einfach ausgewaschen werden kann. Nachteilig ist jedoch, dass der Lüfter auch über weitere nicht gefilterte Lufteinlässe Luft ziehen kann.

Nimmt man die Frontabdeckung ab, zeigt sich ein einfach gestaltetes Gehäuse. Eine Montage von Diskettenlaufwerken ist nicht mehr vorgesehen. Die Verkabelung der Frontschalter und LEDs ist nicht gerade sehr elegant, erfüllt aber seinen Zweck. Der installierte Lüfter ist beleuchtet und verfügt über eine Beleuchtung in rot. Hier kann man auch deutlich erkennen, dass entweder der Lüfter zu groß oder der Lufteinlass zu klein dimensioniert ist. Auf der Unterseite befinden sich standardmäßig 4 Füße mit Gummieinlagen. Diese sind jedoch nur eingeklebt, bei Verschieben des Gehäuses hat sich gleich mal eine Gummieinlage verabschiedet. Sehr sinnvoll die beigelegten Rollen, um das extrem schwere Gehäuse von A nach B zu verfrachten.

Oben im Gehäuse ist nochmals ein 200mm Lüfter verbaut, der die warme Stauluft aus dem Gehäuse entfernt. Alternativ ließe sich auch ein Radiator von bis zu 3×120 verbauen. Direkt daneben befinden sich 2 Steuereinheiten für eine Vielzahl von Lüftern. Hier hat sich Aerocool etwas nettes einfallen lassen, mit den kleinen Platinchen kann man die Lüfter besser organisieren und in Gruppen über die Front-seitigen Potis steuern.
Beim Test der Lüfter konnten die 200mm-Lüfter gegen den 140mm-Lüfter auf der Rückseite nicht ankommen. Der 140mm-Lüfter dreht mit 1500 Umdrehungen fast doppelt so schnell wie die 200mm-Lüfter und wird dabei hörbar laut. Ansonsten sind die Lüfter bei herunter geregelter Spannung angenehm leise, aber insgesamt nicht von höchster Qualität.

Kommen wir nun zum Einbau der Komponenten. Die Frontabdeckungen der Laufwerksschächte lassen sich einfach abnehmen durch ein praktisches Klemmsystem. Die Laufwerke können über schraubenlose Klemmen befestigt werden. Damit man diese nicht verliert sind sie am Gehäuse befestigt und werden bei der Montage einfach nach oben geklappt. Zum Arretieren wird einfach der Rote Schieber nach rechts geschoben. Wobei dieser Vorgang nicht sehr leichtgängig ist und den Verdacht erweckt, dass bei häufigem Wechsel das Verschlusssystem seinen Geist aufgibt. Mit den 10 Festplattenkäfigen ließe sich mit dem Gehäuse ein regelrechter Datenserver aufbauen. Zur Montage wird einfach der Käfig aus dem Gehäuse gezogen.

Nun kann die Festplatte eingelegt werden und von unten verschraubt werden. Lobenswert sind die bereits installierten Entkoppelgummis. Mit den beigefügten Schrauben ist die Installation recht einfach. Nutzt man nicht gerade 10 Festplatten im Gehäuse empfiehlt sich die restlichen leeren Schlitten herauszuziehen und die Festplatten auf die gesamte Höhe zu verteilen, um eine bessere Kühlung zu erreichen. Die Verkabelung erfolgt auf Grund des um 90° gedrehten Gehäuses auf der rechten Seite, auf der genügend Platz gelassen wurde für dicke Kabelbäume. Eine weitere Möglichkeit mal eine Festplatte anzuschließen bietet der Einschub für 3,5“ und 2,5“ Festplatten auf der Oberseite.

Etwas unschön ist jedoch die Tatsache, dass die Klappe sich nach dem Herausziehen der Festplatte verklemmt hatte und nicht so einfach wieder hoch kam, hier muss man mit ein paar Handgriffen nachhelfen.
Wie bereits beschrieben kann man bei dem Strike-X ST das Netzteil sowohl oberhalb als auch unterhalb des Motherboards verbauen. Für die Montage unterhalb sind 4 Schaumgummis zur Entkopplung vorhanden. Ebenso ist der Andruckbereich an der Verschraubung mit einem Schaumgummi entkoppelt. Durch die großzügige Dimensionierung können hier so ziemlich alle Netzteilgrößen verbaut werden.

Die Verkabelung sollte grundsätzlich auf der Rückseite des Motherboards erfolgen, hierfür hat Aerocool eine Vielzahl von Durchführungen geschaffen die mit Gummi geschützt sind. Somit erhält man am Ende ein sehr aufgeräumten Computer in dem ein guter Luftstrom herrschen kann. Es gibt einige Ösen zur Befestigung der Kabel mit Kabelbindern, die muss man sich aber erst noch besorgen, hier hat Aerocool leider dran gespart und keine beigelegt. Der Motherboardschlitten selbst wurde sinnvoll versteift und macht einen stabilen Eindruck. Die rückseitige Montage der Kühler wird durch den Motherboardschlitten ermöglicht.
Für die Beleuchtung des Gehäuses sorgen zum Einen die Lüfter und zum Andern 2 beleuchtete LED-Bars, die das Top-Panel einrahmen. Damit kommt das Design gut zur Geltung und man wird nicht geblendet von zu vielen Leuchteffekten am Gehäuse.

Weitere hilfreiche Informationen:

Das Gehäuse gibt es aktuell ab ca. 160€ bei bekannten Händlern zu kaufen. Damit gehört das Gehäuse mit zu den recht teuren Gehäusen.
Aerocool bietet eine kleine Präsentation als PDF, in der nochmal alle wichtigen Daten zusammengefasst sind: Präsentation
Zusätzlich gibt es die Bedienungsanleitung als JPG zum Download: Bedienungsanleitung
Ansonsten lohnt sich der Blick auf die Herstellerseite um weitere Informationen einzuholen. Produktseite

Fazit:
Das Aerocool Strike-X ST bietet jedem Gamer ausreichend Platz für ein gutes Computerkonzept. Mit bis zu 21 Lüftern kann man das Strike-X ST zu einem extrem gekühlten Rechner aufrüsten, jedoch auf Kosten der Geräuschkulisse, die schon mit einem verbauten 140mm-Lüfter recht hoch ist. Das Gehäuse verfügt über eine Reihe von Features die viel Spaß und Vereinfachungen beim Installieren des Rechners bringen. Etwas schwach ist jedoch manchmal die Qualität der verbauten Features, was bei einem Preis von über 160€ niemand erwarten würde. Beim Kauf sollte man daher drauf achten, ob man solch ein großes Gehäuse überhaupt benötigt, ansonsten verlieren sich die Komponenten etwas in dem Strike-X ST.
Insgesamt konnte das Strike-X ST nicht voll Punkten und bekommt daher nur 3 von 5 möglichen Sternen.

Positiv Negativ
Innenraumlackierung Frontlüfter verdeckt
große Grafikarten möglich Gewicht
integrierte Staubfilter Standfüße
Kabelmanagement Preis
rückseitige Kühlermontage Qualität
entkoppelte Festplatten und Netzteil  
Dockingstation für Festplatten  

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