AeroCool X-Warrior

06. Dezember 2011 von Götz Dähne
Kategorie: Gehäuse

Einleitung:
Das X-Warrior-Gehäuse von AeroCool richtet sich an die Gamer-Zielgruppe und ist mit einem aggressivem Design versehen. X-Warrior übersetzt soviel wie der X-Krieger zeigt schon schnell vom Namen her, dass es sich hier nicht um ein Bürorechner-Gehäuse handelt. Was das X genau bedeuten soll wird nicht ganz klar, allerdings ist das Frontdesign schon etwas einem Helm (bzw. einer Helmöffnung) nachgebildet, was man wiederum mit Kriegern verbinden kann.

Kurz noch ein paar Worte zur Firma AeroCool. Mit dem Slogan „Be cool! Be Aerocool!“ versucht die Marke augenscheinlich mit Luftkühlung auch leistungsstarken Systemen genügend Temperatur zu entziehen. So präsentiert AeroCool sowohl Standardgehäuse als auch Gaminggehäuse mit vielen Lüftern und teilweise sehr aggressivem Design. Mit in der Produktpalette sind Lüftersteuerungen, Netzteile und etliche Lüfter und Kühler.

Verpackung:
Die Verpackung zeigt das Gehäuse in mehreren Ansichten und bringt die wichtigsten Informationen im Aufdruck mit sich. Im Hintergrung ist passend zum Namen ein Krieger gezeigt. Passend zur Serie ist auch der gelbe Streifen um den Karton herum. Dieser deutet auf die Value Added Serie hin. AeroCool bezeichnet damit seine günstigere Gehäuseklasse.
Das Gehäuse selbst ist ordentlich verpackt mit Schaumstoff und einer Folie.

Lieferumfang:

• 2 x 120mm Lüfter
• 1 x PSU-Staubfilter
• 6 x 2 x Montageclips für Laufwerke
• 1 x Wechselblende für Diskettenlaufwerk
• 1 x Adapter für Diskettenlaufwerksmontage
• 5 x Kabelbinder
• Schrauben zur Montage von Lüftern in Front und für die Seite
• 1 x 5,25“ auf 3,5“ Slotblende
• Motherboardschrauben, Laufwerksschrauben, sowie Schrauben zur Montage der Festplatten
• Bedienungsanleitung(Mehrsprachig)

Technische Daten:

Gehäuse:
• Gehäuse besteht aus 0,5 mm starkem Stahlblech
• Front besteht aus schwarzem Kunststoff
• Lackierung außen schwarz, innen rot
• kompatibel zu Micro ATX, ATX
• Gewicht: ca. 5,8kg (mit Verpackung ca. 7,3 kg)
• Abmaße: 488 x 187 x 520 (HxBxT in mm)
• nach RoHS-Norm gefertigt

Einschübe für Laufwerke:
• 3 x externe Slots (5,25“) für CD/DVD-Laufwerk (1 x mit Adapter auf 3,5“)
• 3 x interne Slots (3,5“) für Festplatten + 1 x interner Slot (2,5“) für Festplatten

Innere Dimensionen für Systemmontage:
• 7 x Slot für Steckkarten
• maximale Einbaulänge für Grafikkarte ca. 410mm
• maximale Einbautiefe für Motherboard und Kühler ca. 165mm

Lüfter:
• Vorn: 1 x 120mm
• Hinten 1 x 120mm

Anschluss-Panel:
• 2 x USB 2.0
• 2 x Audio-Anschlüsse (AC’97 & HD Audio)

Testbericht:
Kommen wir zunächst zur 360° – Ansicht.
Wie schon in der Einleitung erwähnt kommt das X-Warrior sehr aggressiv mit seiner Front daher. Der Hauptbestandteil der Front ist Kunststoff mit Gitterblech für die Lüftung. Das gleiche Gitterblech befindet sich ebenso auf der linken Gehäuseseite mit 8 Bohrungen für 2 x 120mm Lüfter. Insgesamt ist die Seite damit gegenüber der Front eher schlicht gehalten.

Beide Seitenteile sind jeweils mit 2 Rändel-Schrauben (Kunststoffummantlung) befestigt und können nach dem Lösen der Schrauben durch leichtes zurückschieben entnommen werden. Um das Schieben zu vereinfachen sind kleine Vertiefungen an den Seitenteilen vorhanden.
Wie an der Rückseite zu erkennen, wird das Netzteil im unteren Bereich des Gehäuses befestigt. Das Motherboard dementsprechend oben. Die rechte Gehäuseseite besitzt keine weiteren Features.

Durch die einfache Lösung mit dem feinen Lochblech in der linken Gehäuseseite, wirkt das Seitenteil etwas instabil. Die Bohrungen für die Lüfter sind mit kleinen Gummidurchführungen versehen.
An den Ecken des Lochblechs sind unschöne Grat-Stellen an denen Verletzungsgefahr besteht.

Der gesamte Innenbereich ist rot lackiert. Passend dazu sind auch die anderen Bestandteile im Innern nur in Schwarz oder Rot gehalten. Das Zubehör befindet sich in einem Kunststoffbeutel ebenfalls im Innern des Gehäuses.
Auf der rechten Seite wurde genügend Platz vom Motherboardblech zur Front gelassen um überlange Grafikkarten zu installieren oder einfach nur gutes Kabelmanagement betreiben zu können. Zur Fixierung der Grafikkarte hat AeroCool jedoch nichts im Gehäuse vorgesehen.

Im Motherboardblech selbst befinden sich zur Versteifung einige Vertiefungen und eine große Aussparung für die Installation von CPU-Kühlern, ohne das Motherboard vorher dem Gehäuse zu entnehmen. Alle Blechkanten wurden sauber umgefalzt, sodass eine Verletzung ausgeschlossen ist.

Oberhalb der Front befinden sich die externen Anschlüsse und die Taster für Reset und Power. Der Rest des Kunststoffes ist lediglich für das Design notwendig und gibt keinerlei Funktion. Die HDD-LED ist in einem kleinen Loch neben den Tastern angebracht.
Aus Erfahrung hat sich gezeigt dass die Anbringung von externen Anschlüssen oben am Gehäuse ohne jegliche Abdeckung häufig zu Staub und Dreck in den Anschlüssen führt und damit zu einhergehenden Fehlkontakten führen kann. Vorteil bei dem X-Warrior, die Kabel führen nicht durch die Front und es Bedarf daher keiner Trennung von Anschlüssen wenn diese abgenommen werden sollte (Power-LED ausgeschlossen).
Das kleine Symbol PGS auf gelbem Hintergrund steht für „Performance Gaming System“, womit Aerocool das Gehäuse klar einer Zielgruppe zuordnet. Das rote V steht dabei für „Value Added Series“ und bedeutet eigentlich nur, dass es sich hierbei um die günstigeren Gehäuse von AeroCool handelt.
Die Frontabdeckung lässt sich leicht abnehmen, indem man unten am Gehäuse hinter die Abdeckung greift, womit gleich die nächste Frage aufkommt, weshalb denn eigentlich Luftfilter in der Front angebracht sind, wenn die Luft ebenso durch den unteren Einlass ungefiltert angesaugt wird. Die Reinigung der Filter kann durch einfaches Auswaschen erfolgen, bedarf aber einer etwas längeren Montagezeit, da einige Blechlaschen umgebogen werden müssen.

Kommen wir nun zum Einbau des Netzteils und der Peripherie.
Das Netzteil wird mit dem Lüfter nach unten eingebaut, wodurch das Netzteil nicht die Abwärme des Computers abbekommt, sondern direkt frische Luft von außen. Im Gehäuse sind schon kleine Schaumgummis eingeklebt, die das Netzteil vom Gehäuse etwas abkoppeln bzw. einen festen Sitz garantieren. Der Einbau erwies sich als unkompliziert, findet daher auch keine Erwähnung im Handbuch.
Etwas schwieriger wird es hier schon bei dem DVD-Laufwerk. Zum Entfernen der Slotblende sollte die Frontabdeckung entfernt werden, um nicht die Halteklemmen der Blende zu zerstören. Da der gesamte Käfig scheinbar etwas schmal dimensioniert wurde, geht das Laufwerk nicht gerade leichtgängig in das Gehäuse, dies macht es auch schwierig die genaue Position zu erreichen für die schraubenlosen Montageclips.
Wer noch ein Diskettenlaufwerk verbauen möchte kann auf den mitgelieferten Adapter zurückgreifen. AeroCool preist die Möglichkeit an, direkt an den Adapter einen Lüfter anbauen zu können, um das Diskettenlaufwerk zu kühlen. Diese Funktion erscheint jedoch sehr fragwürdig im Nutzen, bis auf etwas mehr Lärm durch einen zusätzlichen Lüfter. Selbst zu Zeiten, in denen Disketten noch als Betriebssystem eingesetzt wurden, sind mir keine Schäden durch Überhitzung der Diskettenlaufwerke bekannt.

Beim Einbau der Festplatte zeigte sich das gleiche Problem, hier jedoch noch gravierender. Die vorhanden Löcher im Blech sind etwas nach innen gewölbt, beim Einschieben der Festplatte ist damit ein hoher Kraftaufwand von Nöten. Des weiteren kam es im konkreten Fall sogar zur oberflächlichen Beschädigung der Festplatte. Da die meisten Festplattenrahmen aus Aluminium bestehen, wurden kurzerhand einige Späne von der Festplatte durch das Gehäuse abgehobelt.
Die Positionierung erwies sich als extrem schwierig, da die Festplatten doch recht weit in das Gehäuse hinein ragen.
Für 2,5“-Festplatten gibt es ein Verbindungsblech zwischen den 3,5“-Einschüben zu den 5,25“-Einschüben. Hier wird die Festplatte einfach angeschraubt. Dadurch ist jedoch nur für eine 2,5“-Festplatte platz.
Um einen wilden Kabelsalat zu vermeiden, sind im Motherboardblech große Löcher vorhanden, durch die die Kabel verlegt werden können. Zwei aufgebrachte Ösen ermöglichen auch die Fixierung der Kabel durch Kabelbinder.

Insgesamt sind 2 Lüfter bereits im Gehäuse vorinstalliert. An der Rückseite befindet sich ein einfacher 120mm Lüfter, der bei 12V und 1500 U/min ca. 27dB (Herstellerangabe) mit sich bringt.
Das gleiche gilt für den Frontlüfter, der ebenfalls die Abmaße von 120mm hat.
In der Front ist der Lüfter allerdings aus klarem Kunststoff und mit roten LEDs beleuchtet, da er durch das Lochblech in der Front sichtbar ist. Der Lüfter ist nicht vor den Festplatten montiert, es empfiehlt sich also, entweder noch einen weiteren 120mm an den vorgesehenen Platz zu schrauben oder einfach den eingebauten Lüfter nach unten zu versetzen.
Im Betrieb machten die Lüfter keine hervorstechenden Geräusche, bildeten aber durchaus eine merkbare Geräuschkulisse.
Beide verbaute Lüfter sind durch keinerlei Maßnahmen entkoppelt.

Im Betrieb kann sich das X-Warrior, durch die Front mit der beleuchteten Powerleiste und dem leuchtenden Lüfter, zeigen lassen.
Für den Einsatz einer Wasserkühlung hat AeroCool die Möglichkeit gegeben an der Rückseite Schläuche durchzuführen. Die Löcher sind mit Gummis gegen Beschädigungen gesichert. Ebenso können hier Kabel durchgeführt werden.
Die Unterseite zeigt den Luftfilter für das Netzteil, der über eine Lasche nach hinten weg herausgenommen werden kann um ihn zu reinigen.
Die Standfüße machen einen sehr soliden Eindruck und bieten einen guten Halt des Gehäuses.

Weitere hilfreiche Informationen:

Das Gehäuse gibt es aktuell ab ca. 40 Euro bei bekannten Händlern zu kaufen.
Aerocool bietet eine kleine Präsentation als PDF, in der nochmal alle wichtigen Daten zusammengefasst sind: Präsentation

Link zur Produktseite: www.aerocool.com.tw

Fazit:
Das X-Warrior von AeroCool vereint gutes Gamerdesign und einen günstigen Preis in einem Gehäuse. Der rote Innenraum und auch die aggressive Front mit der roten Beleuchtung ist ein nettes Anschauungsobjekt auf jeder LAN-Party. Die wichtigsten Standards für Gehäuse, in denen oft etwas geändert werden soll, sind vorhanden.
Punktabzug gibt es in der Verarbeitung, speziell bei eingesetzten Materialien sowie bei mangelnder Einhaltung von Maßvorgaben in den Laufwerksschächten. Ebenso sind einige Funktionen im Gehäuse nicht gut umgesetzt oder fragwürdig. Insgesamt kommt damit das X-Warrior auf eine durchschnittliche Endnote. Durch den sehr günstigen Preis vergeben wir zusätzlich den Preistip

Positiv Negativ
Innenraumlackierung Keine Abdeckung der externen Anschlüsse
einfache Gehäusestruktur Verletzungsgefahr an Blechteilen
schraubenlose Montage Luftstrom kann Frontfilter umgehen
integrierte Staubfilter Abmaße im 5,25“- und 3,5“-Schacht zu gering
rückseitige Verkabelung Keine Entkopplung der Lüfter
rückseitige Kühlermontage  
Preis  

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