AeroCool QS-202

26. Juli 2011 von Götz Dähne
Kategorie: Gehäuse

Einleitung:
Wir möchten heute das Gehäuse QS-202 der Firma AeroCool vorstellen. Das QS steht dabei für Compact Series, die Zahl 202 wird wohl schwerer zu entziffern sein. Es könnte sich dabei um den Nachfolger des QS-200 handeln, allerdings gibt es kaum noch Ähnlichkeiten zu dem älteren Gehäuse bis auf die Tatsache, dass beide Gehäuse für den Micro-ATX-Standard ausgelegt sind.

Kurz noch ein paar Worte zur Firma AeroCool. Mit dem Slogan „Be cool! Be Aerocool!“ versucht die Marke augenscheinlich mit Luftkühlung auch leistungsstarken Systemen genügend Temperatur zu entziehen. So präsentiert AeroCool sowohl Standardgehäuse als auch Gaminggehäuse mit vielen Lüftern und teilweise sehr aggressivem Desing. Mit in der Produktpalette sind Lüftersteuerungen, Netzteile und etliche Lüfter und Kühler.

Verpackung:
Das Gehäuse ist in einer Folie geschützt mit Schaumstoff in einem Karton verpackt. Die Aufmachung der Verpackung ist in kaltem Blau, wobei nicht ganz klar zu erkennen ist, was der Hintergrund darstellen soll. Es sind irgendwelche Soldaten, eine Wasseroberfläche und ein Ausschnitt aus einer Galaxie zu erkennen. Damit soll die Verpackung wahrscheinlich Gamer ansprechen.

Die wichtigsten Details sind auf der Verpackung vermerkt in einer großen Anzahl an Sprachen.
AeroCool klassifiziert seine Gehäuse mit 5 unterschiedlichen Labeln, das hier vorgestellte Label ist das „PGS-Q“ mit blauem Hintergrund. PGS steht dabei für „Performance Gaming System“.
Somit ist zumindest die Labelfarbe mit der Verpackungsfarbe identisch.

Lieferumfang:

• 1 x Abnehmbarer HDD-Kähfig
• 1 x PSU-Staubfilter
• 1 x Lüfterfilter
• 1 x 140mm Lüfter + 1 x 120mm Lüfter
• 2 x 2 Montageclips für Laufwerke
• 5 x 2 HDD-Montage-Schienen
• 10 x Kabelbinder
• 1 x Seitenwandführung
• 1 x Speaker (direkt aufsteckbar auf Motherboard)
• 1 x 5,25“ auf 3,5“ Slotblende
• Motherboardschrauben, Laufwerksschrauben, sowie Schrauben zur Montage der Festplatten
• Bedienungsanleitung

Technische Daten:

Gehäuse:
• Gehäuse besteht aus 0,6 mm starkem Stahlblech
• Front besteht aus schwarzem Kunststoff
• Lackierung außen schwarz, innen schwarz und teilweise blau
• kompatibel zu Micro ATX
• Gewicht: ca. 6kg (mit Verpackung ca. 7,1 kg)
• Abmaße: 378 x 200 x 470 (HxBxT in mm)
• nach RoHS-Norm gefertigt

Einschübe für Laufwerke:
• 2 x externe Slots (5,25“) für CD/DVD-Laufwerk (1 x mit Adapter auf 2,5“)
• 6 x interne Slots (3,5“) für Festplatten (2 davon auch für 2,5“)

Innere Dimensionen für Systemmontage:
• 4 x Slot für Steckkarten
• maximale Einbaulänge für Steckkarten 270mm (erweiterbar auf 390mm)
• maximale Einbautiefe für Motherboard und Kühler 160mm

Lüfter:
• Vorn: 1 x 140mm
• Hinten 1 x 120mm

Front-Panel:
• 2 x USB 2.0
• 2 x Audio-Anschlüsse (AC’97 & HD Audio)

Testbericht:
Kommen wir zunächst zur 360° – Ansicht.
Das Gehäuse verfügt über ein linksseitiges Fenster, über das in das Gehäuseinnere geschaut werden kann. Eine Schutzfolie soll Kratzer und Beschädigungen durch Transport und Einbau verhindern. Das Gehäuse ist von außen komplett schwarz. Das Gehäuse selbst aus Metall schwarz lackiert und die Front aus schwarzem Kunststoff. Von hinten kann man schon erkennen, dass bei dem Gehäuse das Netzteil am Grund des Gehäuses installiert wird.

Die rechte Seite des Gehäuse ist standardmäßig abgedeckt und beinhaltet keine Features. Die Anschlüsse für Kopfhörer und USB befinden sich auf der Oberseite des Gehäuses. Insgesamt ist damit das QS-202 vom Design sehr schlicht gehalten.

Die linke und rechte Seitenwand ist mit je 2 Rändelschrauben befestigt und lässt sich nach dem Lösen durch leichtes Schieben abnehmen. Durch das eingebaute Fenster in der linken Seitenwand besitzt diese genügend Stabilität. Ein erster Blick ins Innere zeigt, dass der Motherboardschlitten, ein Festplattenkäfig und ein paar kleinere Teile blau lackiert sind. Damit werden nette Kontraste im Inneren erreicht und gleichfalls die Komponenten farblich getrennt.
Weiterhin kann man sich schon einen Einblick geben über die Verarbeitung der Blechteile. Alle Komponenten sind abgekantet und entgratet, allerdings gibt es kleine Stellen an den Abkantecken, welche noch scharfkantig sind. Das birgt bei Abrutschen leicht Verletzungsgefahren.

Die Rückseite zeigt die verschiedenen Möglichkeiten, die Kabel rückseitig zu verlegen. Um den Prozessor-Kühler auch ohne Demontage des Motherboards wechseln zu können weist der Motherboardschlitten ein großes rechteckiges Loch auf. Für mehr Stabilität des Motherboardschlittens sind Versteifungs-Biegungen in das Blech eingebracht worden. Der Test zeigte, dass der Schlitten sich kaum durchbog bei Belastung.
Die Front-seitigen Anschlüsse sind bereits auf der Rückseite verlegt.
Auch an der Front ist AeroCool sehr Schlicht vorgegangen. Bis auf das kleine blaue PGS-Q-Symbol lässt nichts auf die Marke schließen. Das Abnehmen der Front erfolgt Standardmäßig über Kunststoffnippel die zusammengepresst werden müssen. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass die Nippel nach einiger Zeit brüchig werden und nicht mehr genügend Halt bieten. Eine Verschraubung der Front ist nicht vorgesehen.

Der Frontdeckel besteht aus Kunststoff und dient gleichzeitig als Luftfilter. Das Auswechseln der Filtermatten erweist sich jedoch als relativ langwierig, da hierfür recht viele Blechlaschen umgebogen werden müssen. Hierin besteht auch die Gefahr, dass die Blechlaschen bei mehrfachem Umbiegen abbrechen können. Durch den Lufteinlass für den unteren vorinstallierten Lüfter wird auch eine sehr ungleichmäßige Staubbelastung auf den Luftfilter aufgebracht, sodass dieser sich wohl schnell an den Durchlassstellen vollsetzen wird.
Gut gelöst wurde das Kabelmanagement für die Front. Es sind keine Taster oder LEDs direkt in die abnehmbare Front integriert, sodass diese Problemlos vom Gehäuse entfernt werden kann. Weiterhin wurden die Taster auf jeweilige Platinen gelötet, die dann sowohl über eine Kunststofflasche als auch über Heißkleber befestigt sind. Der vorinstallierte 140mm-Lüfter ist aus dem Hause AeroCool und heißt Shark und gehört zu dem unteren Preissegment der Lüfter. Diese verfügen über eine abgewandelte Lamellenstruktur und sind laut Herstellerangaben maximal 30dB laut. Ein kurzer Betrieb der Lüfter zeigte keine Nennenswerte Geräuschentwicklung.
Weiterhin Lobenswert ist die Entkopplung des Lüfters über Gummis an der Verschraubung.
Die Anschlüsse an der Front bzw. auf der Oberseite sind etwas zu schlicht gehalten. Es wurden lediglich Löcher in das Blech eingebracht und die Anschlüsse darunter verlegt. Das Zusetzen mit Staub ist bei diesen Anschlüssen garantiert. Hier hätte sich AeroCool eventuell etwas eleganteres Einfallen lassen können.

Weitere Einbauorte für Lüfter befinden sich an der Rückseite, auf der Oberseite und an dem Seitenfenster. An der Rückseite ist bereits ein 120 mm Lüftern installiert, ebenfalls von der Marke AeroCool Shark. Dieser ist sogar etwas leiser als der Frontlüfter und wird vom Hersteller mit ca. 26 dB angegeben. Auf der Oberseite können 80, 120, 140 mm Lüfter installiert werden, die Bohrungen dafür sind vorgesehen. Vor dem Lüfter auf der Oberseite ist ein Wechselbarer Filter angebracht, der allerdings nur für 140mm-Lüfter genutzt werden kann.
Am Fenster kann noch ein 120 oder ein 140mm Lüfter angebracht werden.
Wer eine Wasserkühlung besitzt kann die Schläuche für den Radiator auch an der Rückseite über 2 vorgefertigte und durch Gummi geschützte Löcher herausführen.

Kommen wir nun zum Einbau der Peripherie. Die Montage erfolgt ohne Schrauben und arbeitet über Klemmmechanismen. Bei den Festplatten lassen sich die Bügel auch über eine Schraube zusätzlich befestigen, ist aber nicht unbedingt notwendig. Die Bügel können in beide Richtungen installiert werden, sodass die Verkabelung der Festplatte auf beiden Seiten erfolgen kann.

Der Einbau des Netzteils erfolgt standardmäßig, jedoch nicht oben sondern unten im Gehäuse. Somit kann die Luft, die das Netzteil zur Kühlung braucht, direkt von außen aufgenommen werden und ist damit etwas kühler als bei der Montage über dem Prozessor-Kühler. Weiterer Vorteil ist der Schutz der Komponenten vor auslaufenden ELKOs im Netzteil (was nach einiger Zeit bei manchen Netzteilen leider vorkommen kann). Um das Netzteil etwas zu entkoppeln wurden auf den Gehäuseboden unter das Netzteil ein paar Schaumgummis geklebt. Diese geben bei befestigen des Netzteil etwas Druck auf das PSU und verhindern somit ein Schwingen und Klappern am Gehäuse. Gleich als nächstes zu Sehen, der Luftfilter für das Netzteil. Das Auswechseln des Filters erfolgt von der Rückseite des Gehäuses. Leider ist die Breite der Luftzuführung nur 100mm breit, sodass bei 140mm-Lüftern der Luftstrom stark eingeschränkt ist.
Die eigentliche Verkabelung verläuft dann auf der rechten Seite des Gehäuses. Somit wird Ordnung im Rechner gehalten und der Luftstrom im Computer nicht behindert. Die Kabeldurchführungen sind alle mit Gummis geschützt, um die Kabel nicht zu beschädigen.

Falls etwas längere Steckkarten (Grafikkarten) verbaut werden müssen kann einer der Festplattenkäfige ausgebaut werden. Somit verlängert sich die Einbaulänge von ca. 280mm auf 390mm. Der Ein- und Ausbau erfolgt ebenfalls ohne Schrauben.
Am Boden befinden sich 4 Kunststofffüße, die für den nötigen Abstand sorgen, damit die Luft unter dem Gehäuse angesaugt werden kann. Der Einschub für den Filter ist etwas spartanisch durchdacht. Zwar wird der Filter wohl seinen Zweck erfüllen, allerdings ist der Rahmen aus Kunststoff nicht gerade bündig mit dem Gehäuse, es wird also Nebenluft gezogen.
Unterhalb des untersten Festplattenkäfigs befindet sich ein kleiner Einbauschacht, auf dem 4. Foto erkennt man die Bohrungen durch den Boden des Gehäuses. Wozu dieser Schacht dienen sollte ist nicht erkenntlich. Eventuell wollte der Hersteller hier noch irgend etwas installieren.
In der Anleitung verweist AeroCool auf ein „patentiertes“ System um große Grafikkarten zu stabilisieren. Im Endeffekt sind es eigentlich nur 2 Kabelbinder die über die Motherboardschrauben befestigt werden können und dann über der Karte zusammengezogen werden. Die Lösung ist recht einfach und erfüllt ihren Zweck, sieht aber etwas behelfsmäßig aus.

Weitere hilfreiche Informationen:

Das Gehäuse gibt es aktuell ab ca. 40 Euro bei bekannten Händlern zu kaufen.
Aerocool bietet eine kleine Präsentation als PDF, in der nochmal alle wichtigen Daten zusammengefasst sind: Präsentation

Fazit:
Mit dem QS-202 bietet AeroCool eine schlichte und durchdachte Variante eines Gehäuses im unteren Preissegment. Die Verarbeitung zeigt kaum Mängel und ist für den Preis sehr gut. Das Managment der Kabel und der Computerkomponenten ist gut gelöst und durchdacht. Kleinere Abzüge gibt es hier für teilweise behelfsmäßige Lösungen bei Filtern und Befestigungen.

Das Gehäuse ist eine günstige Komplettlösung für den schnellen und unkomplizierten Aufbau eines Rechners. Mit dem Seitenfenster und der blauen Lackierung im Inneren muss sich das kleine Gehäuse nicht verstecken. Daher bekommt das QS-202 von uns den Preistipp und 3,5 von 5 Sternen.

Positiv Negativ
Innenraumlackierung Anleitung undurchsichtig
große Grafikarten möglich Grafikkartenhalterung behelfsmäßig
Frontlüfter entkoppelt Filter in Front schwer zu reinigen
integrierte Staubfilter Netzteillüfter verdeckt
rückseitige Verkabelung  
rückseitige Kühlermontage  
großes Zubehörpaket  
guter Preis  

Be Sociable, Share!

Verwandte Artikel

Informationen

Be Sociable, Share!

Tags:

Kommentieren: