Antec Nine Hundred Two

19. März 2009 von Nils Jansen
Kategorie: Gehäuse

Einleitung:
In diesem Bericht geht es um das neue Antec Gamer-Gehäuse mit dem Namen „Nine Hundred Two“ (902). Mit diesem Gehäuse hat Antec einen Nachfolger für das beliebte „Nine Hundred“ geschaffen, welches nunmehr durch eine bessere Luftzirkulation und damit Kühlung überzeugen soll.

Verpackung:
Das Gehäuse wird in einem recht stabilen Karton geliefert und ist darin gut geschützt gelagert durch passende Schaumstoffpolster und Folie. Das Plexiglas-Window im Seitenteil ist noch mal zusätzlich mit einer haftenden Schutzfolie gegen Kratzer geschützt.

Lieferumfang:
• Antec Nine Hundred Two Gehäuse inkl. Gehäuselüftern
• 5 ½” Einschub für 3,5” Laufwerke
• Slotblende mit 3,5“ Ausschnitt
• Schraubenset
• Anleitung

Technische Daten:

Laufwerkeinschübe:
• Außen 3 x 5,25″; Innen 6 x 3,5″ für HDD, oder
• Außen 6 x 5,25″; Innen 3 x 3,5″ für HDD, oder
• Außen 9 x 5,25″;

Kühlsystem:
• 1 rückwärtiger 120 x 25mm (BxT) TriCool™ Abluftlüfter mit blauer LED-Bleuchtung
• 1 auf der Oberseite montierter 200 x 30mm „Big Boy“ TriCool™ Abluftlüfter mit blauer LED-Beleuchtung
• 2 Ansauglüfter 120 x 25mm TriCool™ mit blauer LED-Bleuchtung in der Front
• 1 seitlich (Optional) 120 x 25mm
• 1 in der Mitte (Optional) 120mm

Frontseitig montierte I/O-Anschlüsse
• 2 x USB 2.0
• 1 x eSATA
• Audio In und Out (HDA und AC’97 kompatibel)

Weiteres:
• Motherboards: Mini-ITX, microATX, Standard ATX
• Eingebauter waschbarer Luftfilter
• 8 Erweiterungssteckplätze auch für Multislot-Grafikkarten, einschließlich für 3-Wege-SLI® Technologie durch NVIDIA

Abmessungen:
• 19.4″ (H) x 8.6″ (B) x 18.6″ (T)
• 49.3cm (H) x 21.8cm (B) x 47.2cm (T)

Nettogewicht:
• 11,5 kg Bruttogewicht: 13,1 kg

Testbericht:
Dem Antec Nine Hundred Two sieht man auf Anhieb an, dass es sich um ein Gamer Case handelt. Allerdings wurde dies auf dezente und edle Weise umgesetzt und auf viel bunten Schnickschnack verzichtet. Dennoch gibt es ein paar spezielle Gimmicks.
Dabei fällt dem Betrachter der riesige, in den Gehäusedeckel eingearbeitete „Big Boy“ Lüfter mit einem Durchmesser von 200mm als erstes ins Auge. Er wird abgedeckt von stabilem Wabengitter, welches einen ausreichenden Schutz gewährleistet, aber auch noch einen optimalen Luftdurchsatz zulässt.
Dieses strömungsgünstige Wabengitter findet sich außerdem im Seitenpanel sowie in allen Slotblenden und der hinteren Lüfterabdeckung wieder.

Im Gegenzug zum auffälligen Gehäusedeckel und zum Seitenteil mit Gitter und Window ist die Front eher schlicht gehalten und wirkt, im Gegensatz zu vielen anderen Gamer Cases, nicht überladen und angenehm übersichtlich. Oben befinden sich auf einem abgeschrägten Panel Power- und Resettaster, die mit der Oberfläche abschließen, sowie die Front-Anschlüsse. Status-LEDs sucht man zunächst vergeblich bis man feststellt, dass eine Power-LED nicht vorhanden ist und die HDD-LED hinter einem stecknadelgroßen Loch neben den Front-Audio Anschlüssen befindet. Eine Power-LED ist bei LED-Lüftern in der Front allerdings auch ziemlich überflüssig. Diese beiden Lüfter sind blau beleuchtet und saugen Luft an, allerdings durch einen waschbaren Staubfilter, welcher die Verschmutzung im Gehäuse verringert. Beide sind regelbar durch kleine unauffällige Drehregler, die in den Slotblenden integriert wurden.

Damit kommen wir zum Seitenteil. Hier findet der Optikfetischist, was das Herz begehrt. Ein aufwendig gestaltetes Plexiglas-Window mit angrenzendem Belüftungsgitter. Eine Besonderheit beim Antec Nine Hundred Two ist, dass die Plexiglasscheibe, wie auch das Wabengitter, welches ebenfalls von Plexiglas mit Lüfterhalterung von innen abgedeckt wird, geschraubt ist. Dem Casemodder werden dadurch zahlreiche Möglichkeiten offengelegt, die Optik und Funktionalität des Seitenteils mit recht einfachen Mitteln anzupassen.
Zum Einen ist es möglich in der Lüfterhalterung einen 120mm Lüfter zu betreiben. Dabei ist aber nur der 120mm Durchlass nach Außen hin offen. Wer hier auf einen Lüfter verzichtet, kann zum Beispiel das Plexiglas hinter dem Gitter entfernen, so dass die gesamte Fläche als passive Belüftung dienen kann. Diese Kombinationen sind zwar von Antec nicht angedacht, aber mit geringem Aufwand zu realisieren, eben dank der Verschraubungen. Die kleinen Kreuzschlitzschrauben sind von Innen nach Außen eingesetzt und werden von Außen mit schwarzen Kunststoffhalbkugeln verdeckt. Die Metallaussparung für das Window ist etwas kleiner als das Plexiglas selber. Dieses wurde von Außen aufgesetzt und dadurch entsteht eine Rahmenoptik rund um das Window. Zusätzlich wurde das Plexiglas am Rand angeschrägt, wodurch eine hochwertigere Optik entsteht.
Fixiert werden beide Seitenteile mit schwarzen Rändelschrauben, durch welche ein schneller Zugriff auf die Hardware ermöglicht wird.

Kommen wir zur Rückseite. Hier finden wir eine unauffällige Lüftersteuerung von Antec. Über diese lässt sich die Beleuchtung des großen oberen Lüfters ein- und ausschalten sowie die Geschwindigkeit (Low, Medium oder High) über zwei kleine Schiebeschalter verstellen. Zudem gibt es 2 kleine Erweiterungssteckplätze für weitere Schalter von original Antec-Lüftern. Da in der Rückseite schon ein 120mm Lüfter montiert ist, wird der eine Steckplatz schon von dem dazugehörigen Schalter belegt. Des weiteren ist zu sagen, dass das Netzteil nicht wie gewohnt an oberster Stelle sitzt, sondern ganz unten im Gehäuse. Das ist eine sehr sinnvolle Lösung, denn somit kann die Abwärme vom Board und der Grafikkarte sowie der CPU ungehindert durch den großen Big Boy-Lüfter nach oben herausgetragen werden.
Neben den Erweiterungsslots befinden sich noch 2 Kabeldurchführungen für Peripherie, die beispielsweise direkt auf dem Mainboard angeschlossen werden soll.
Positiv zu erwähnen ist, dass auch die Gehäuserückseite in schwarz gehalten wird. Allerdings blieb man dieser Linie nicht bis zuletzt treu, die Schrauben und Nieten sind leider silber und nicht schwarz und heben sich daher recht stark ab. Das wäre sicherlich ein Punkt, den man für die Perfektion des Nine Hundred Two überarbeiten könnte.

Zuletzt widme ich mich nun dem Innenraum. Auch der ist komplett in schwarz gehalten, womit Antec den Anforderungen in der Preisklasse auch gerecht wird. Die Abstandshalter für das Mainboard sind an den Standardpositionen bereits vormontiert. Der Innenboden ist mit einem eingerahmten, gestanzten „Antec Design“ Schriftzug verschönert worden. Mitgedacht hat Antec auch in Sachen Entkopplung. Das später montierte Netzteil liegt auf 4 Gummipads auf, damit die Übertragung von Vibrationen über den Gehäuseboden eingegrenzt werden.
Der Laufwerkskäfig bieten dem Systembauer viele unterschiedliche Möglichkeiten. Im Prinzip sind neun 5,25“ Schächte vorhanden. Dazu werden zwei dreifache 3,5“ Einschübe geliefert, die werkzeuglos mit Rändelschrauben im Laufwerkskäfig befestigt sind. Somit können entweder neun 5,25“ Laufwerke, oder sechs 5,25“ und drei 3,5“, oder aber drei 5,25“ und sechs 3,5“ Laufwerke montiert werden. Die Montage der Laufwerke in den Einschüben wird allerdings mit den üblichen Kreuzschlitzschrauben vorgenommen. Daher bietet das Nine Hundred Two zwar gute Kombinationsmöglichkeiten, aber ein schneller und unkomplizierter Wechsel von Laufwerken und Festplatten ist nicht möglich. Hier wäre ein Schienensystem eventuell noch komfortabler gewesen. An einem der beiden 3,5“ Einschübe ist eine Halterung für einen weiteren Gehäuselüfter vorhanden, z.B. zur besseren Kühlung beim Mehrfacheinsatz von Festplatten.
Im Zubehörkarton befindet sich eine Slotblende für externe 3,5“ Geräte wie Diskettenlaufwerke sowie ein Laufwerksadapter für dieselben auf 5,25“ Schachtgröße. Ebenfalls beinhaltet er das komplette zugehörige Schraubensortiment.

Zur Verarbeitung des Gehäuses ist zu sagen, dass man auf jeden Fall merkt, dass es sich um ein höherwertiges Gehäuse handelt. Allerdings ist sie auch nicht als perfekt zu bezeichnen, es gibt kleinere Mängel. Zum Einen wären da die Passgenauigkeit und Spaltmaße der Seitenbleche.

Wie auf den Fotos zu sehen ist, könnte da noch nachgearbeitet werden. Außerdem lassen sich bei genauem Hinsehen leichte Unregelmäßigkeiten am angeschrägten Rand des Windows feststellen. An diesen Stellen ist die Oberfläche der schrägen Fläche nicht eben geworden. Bis auf diese kleineren Mängel ist das Nine Hundred Two aber ein recht robustes Gehäuse. Wünschenswert wäre in dieser Preisliga noch der Einsatz von einigen Aluminiumelementen. Beispielsweise würden Frontsäulen neben den Laufwerksschächten aus Alu, wie sie häufiger bei der Konkurrenz gesehen werden. das Antec Gehäuse nochmals deutlich aufwerten. Ebenfalls wäre eine Tragemöglichkeit wie ein im Gehäusedeckel eingearbeiteter Griff sinnvoll für einen Gamer-PC, der eventuell öfter auf die nächste LAN-Party transportiert werden soll.

Fazit:
Das „Nine Hundred Two“ Gamer-Gehäuse aus dem Hause Antec ist eine gute, dezente Alternative zu überfrachteten bunten Gefährten. Das Gehäuse ist komplett in schwarz gehalten und setzt Akzente durch blau beleuchtete Lüfter, wobei der riesige Big-Boy Lüfter im Gehäusedeckel mächtig auffällt und für eine gute Wärmeabfuhr sorgt. Der Nachfolger des „Nine Hundred“ bietet wie schon sein Vorgänger gute Kombinationsmöglichkeiten beim Einbau von Laufwerken. Es sind beispielsweise bis zu acht 5,25“ Laufwerke bei Verwendung von nur einer Festplatte möglich. Man kann aber auch bis zu 7 Festplatten einbauen und dazu nur zwei 5,25“ Laufwerke. Durch viele Lüfter und die Verwendung von strömungsgünstigem Wabengitter wird ein guter Airflow und damit eine gute Kühlung des Systems gewährleistet. Antec beschränkt sich auf die Farbe Schwarz, andere sind nicht erhältlich. Das Antec „Nine Hunred Two” ist für einem Preis von ca. 120 Euro zu haben. Es wird allerdings kein Netzteil mitgeliefert, wodurch ich das Gehäuse vergleichsweise als recht teuer einstufe.

Hersteller: Antec Homepage
Produkt: Antec Nine Hundred Two

Positiv Negativ
dezent schickes Design hoher Preis
beleuchtete Lüfter leichte Verarbeitungsmängel
effizientes Kühlungssystem Einbau von Laufwerken nicht werkzeuglos
variabler Laufwerkskäfig  
Lüfter alle manuell regelbar  

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Informationen

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3 Kommentare: Antec Nine Hundred Two

  • Gradenkov | 24.03.2009 um 09:10 Uhr

    Wie kommt ihr darauf das das ein effizientes Kühlungssystem ist wenn ihr nichtmal Hardware eingebaut habt um das zu Testen ?
    Wäre nicht schlecht wenn ihr das nachbessern würdet.
    Danke !

  • Nils Jansen | 16.04.2009 um 21:58 Uhr

    Hallo, dein Einwand ist berechtigt. Wie du schon bemerkt hast, haben wir keine Hardware in dem Gehäuse in Betrieb genommen. Daher auch keine definitiven Temperaturen. Dennoch erlaube ich mir, von einem effizienten Kühlungssystem zu sprechen, denn die Anordnung, Dimension und vor allem die Wirkungsrichtung der Lüfter sowie durchlässigen Gehäuseabschnitten sprechen dafür. Durch dieses Zusammenspiel wird der Luftstrom optimiert und es entsteht eine Art Kamineffekt, das heißt die Wärme wird zuverlässig nach oben abgeführt. Bei nicht so großer Systembelastung und Abwärme lassen sich die Kühler zudem herunterregeln, das heißt sie lassen sich gezielt einsetzen und man kann den Geräuschpegel des Systems gering halten. Die Lüfter hatte ich probehalber auch in Betrieb genommen, und ein deutlicher Luftstrom war spürbar. Ich hoffe ich konnte dir meine Formulierung nun näher bringen.

  • neocrom | 20.12.2009 um 21:45 Uhr

    In anbetracht dessen das dass Netzteil nicht mit geliefert wird wäre es denke ich, interessant zu erfahren wieviel die Standartkühler (die mit geliefert werden) Verbrauchen!

    mfg

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